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15.08.2012 Pressekonferenz FC Aarau: Realistische Ziele gesteckt
Die Jahrespressekonferenz des FC Aarau stand im Zeichen von Veränderungen, die alle dem gleichen Ziel folgen: Das Bestehen in einem Umfeld harter Konkurrenz. Finanziell konnte eine Erfolgsmeldung verkündet werden, sportlich wurde vor zu hohen Erwartungen gewarnt.
Die zentrale Botschaft seitens der Exponenten des FC Aarau war an der Jahrespressekonferenz im Brügglifeld, die nähere Zukunft in ein realistisches Licht zu stellen. Das Stadionprojekt sei auf Kurs und auch sportlich sei man besonders nach der letzten Saison hoch zufrieden, erklärte Präsident Alfred Schmid zu Beginn der Veranstaltung. Trotzdem - dies bestätigte später sowohl die Geschäftsführung wie auch die sportliche Leitung, gelte es nicht abzuheben und die Möglichkeiten des FC Aarau richtig einzuschätzen.
Remo Staubli muss operiert werden
Entsprechend dieser Möglichkeiten sei die Bildung des Teams grundsätzlich abgeschlossen, sagte Sportkoordinator Urs Bachmann, Bezug nehmend auf die sportlichen Belange. Schwerwiegend ist jedoch die Verletzung Remo Staublis, der Ende Woche unters Messer muss und erst im Frühling wieder mit einem Einsatz rechnen könne. Aus den Worten Bachmanns war nun zu verstehen, dass der einst kommunizierte Dreijahresplan, welcher den Wiederaufstieg zum Ziel hatte, spätestens auf die aktuelle Spielzeit hin revidiert werden musste. "Einerseits lässt sich ein Aufstieg nicht einfach so planen, andererseits spielt im Besonderen ein weiterer Faktor eine wichtige Rolle", erklärte Bachmann den Presseleuten. "Nach der Reduktion der Challenge League ist das Leistungsniveau deutlich höher und ausgeglichener geworden. Jeder kann jeden schlagen". Wichtig sei auch die Erkenntnis, ergänzte Präsident Schmid, dass ein aufstiegsfähiges Team und danach eine solide Super-League-Mannschaft nur mit einem vermarktungsfähigen Stadion oder nur unter besonderen Anstrengungen zu erreichen sei. man sei aber bereit die Herausforderung Aufstieg anzunehmen, wenn dieser gelänge, sagte Schmid.
Kapitalerhöhung ist gelungen
In anderen Worten: Aus dem Dreijahresplan wurde ein Vorhaben, das sich den realistischen Möglichkeiten in Aarau anzupassen hat. Die schärfere Konkurrenz wird dabei auch in Zukunft ein unbekannter Faktor bleiben, den man kaum beeinflussen kann. Bezüglich den eigenen Anstrengungen konnte Vizepräsident Roger Geissberger immerhin Erfreuliches verkünden: Die für den FC Aarau äusserst wichtige Kapitalerhöhung konnte dank Schenkungen und Neuzeichnungen erfolgreich abgeschlossen werden. 6'840 alte Aktien wurden vernichtet und im gleichen Umfang neu gezeichnet. Damit erfüllt der FC Aarau nicht nur die zwingend zu erreichenden Lizenzauflagen der Swiss Football League (SFL), sondern schafft sich eine finanzielle Basis "die bis zum erwarteten Stadionneubau 2015 reichen sollte", erklärte Geissberger. Nichtsdestotrotz wird es auch in Zukunft nötig sein, das Geld mit Bedacht auszugeben und sich weiterhin um neue Einnahmequellen zu bemühen", wie Geissberger zum Abschluss seiner Ausführungen sagte. Auch Präsident Alfred Schmid versäumte es nicht, sich für die wertvolle Unterstützung zu bedanken. Sowohl die finanziellen Zuwendungen von Sponsoren, Aktionären, wie auch die moralische Unterstützung der zahlreichen Supportern seien wichtige Puzzleteile, die das Überleben des Clubs sichern. Auch in Zukunft ist es übrigens möglich, FCA-Aktien für eigene Bedürfnisse oder als Geschenk für Familien und Freunde zu erwerben. Zeichnungsscheine sind hier zu finden.
"Noch keine Aufstiegsmannschaft"
Trainer René Weiler hakte beim Thema Erwartungen noch einmal nach. "Es ist unmöglich den Erfolg zu erzwingen. Wir haben einen Substanzverlust erlitten und die Automatismen sind noch nicht vorhanden. Er wird für mich ein Anliegen sein, die Dynamik der letzen Saison wieder ins Team zu bringen. Das braucht Zeit und Geduld". Weiler hält diesbezüglich den FC Winterthur als Favoriten in der Liga, was ihn nicht weiter überrasche. Das erfolgreichste Team der Rückrunde 11/12 hat sein Team auf die neue Spielzeit hin praktisch nicht verändert. Die Resultate der ersten Runden haben zudem gezeigt, dass jeder jeden schlagen kann. Der 2. Platz der vergangenen Saison lässt die Erwartungen im Umfeld zwar steigen, doch gäbe es keine Garantie für eine Fortsetzung der Erfolge. Unter dem Strich steht dem FCA lediglich der fünfthöchste Betrag für die erste Mannschaft zur Verfügung. Geissberger erwähnt dazu die Zahl von 3 Millionen Franken, die der 1. Mannschaft zustünden - 200'000 Franken weniger als im Vorjahr (Aaraus Gesamtbudget beträgt 4,3 Millionen Franken). Teams die über höhere Budgets verfügen würden teilweise tiefere Zielsetzungen verlautbaren. Alleine das zeige, dass die Zielvorgabe Platz 1-5 realistisch ist und ein Spitzenplatz nur dann erreicht werden kann, wenn der FCA von allen Seiten unterstützt wird.
Zum Schluss der Fragerunde wurden die unliebsamen TV-Spiele am Montagabend thematisiert. Die Vermarktung der Challenge League hinke den Versprechungen noch etwas hinterher, sagte etwa Roger Geissberger. Die bescheidenen Zahlungen für Live-Spiele würden den geringeren Zuschaueraufmarsch nicht kompensieren. Diesbezüglich seien dem FC Aarau jedoch die Hände gebunden, da die SFL alle Spieltermine vorgibt, die grundsätzlich unveränderbar sind, fügte Urs Bachmann bei. Auf die Frage aus der Runde, ob der FC Aarau eine Aufstiegsmannschaft sei, sagte René Weiler: "Nein", um später zu präzisieren, "noch nicht. Wir müssen die Dynamik und den Spass am Fussball finden und als Einheit auftreten. Dabei wird es Rückschläge geben, aber auch Fortschritte. Es braucht Zeit und Geduld."
(Remo Conoci)
