Challenge League
FC Aarau - FC Biel/Bienne 5:3 (2:2)
Brügglifeld, Aarau. - 2'350 Zuschauer. - SR: Klossner.
Tore: 8. Bengondo 1:0. 34. Stojkov (Pen) 2:0. 40. Egli 2:1. 43. Egli 2:2. 50. Gashi 3:2. 51. Stojkov 4:2. 55. Morello 4:3. 93. Burki 5:3.
Grosses Spektakel im Brügglifeld
Der FC Aarau startet mit einem packenden 5:3-Heimsieg über den "Angstgegner" FC Biel/Bienne in die Rückrunde.
Die Aarauer spielten von Beginn weg mit einer grossen Leidenschaft und spielerischer Dominanz nach vorne. Eine erste Möglichkeit verpasste Aarau-Captain Burki, der das Leder nach einer Hereingabe des überragenden Stojkov aus acht Metern über das Gehäuse schoss. Aber wenige Augenblicke später brandete erstmals Jubel durch das Brügglifeld, als Bengondo eine herrliche Kombination über Stojkov, Marazzi und Gashi zum 1:0 (8.) abschloss. Auf der Gegenseite vermochte sich Torhüter Bolli in seinem ersten Ernstkampf mit dem FCA beim Distanzschuss von Mathys erstmals auszuzeichnen (10.). Die Gastgeber kamen im weiteren Verlauf der ersten Hälfte zu weiteren Torchancen, doch strichen die Abschlussversuche von Stojkov (22.) und Marazzi (29.) jeweils knapp am Bieler Tor vorbei. In der 34. Minute wurde Gashi nach einem Steilpass im Strafraum von Gästekeeper Zimmermann rüde gestoppt, woraufhin Schiedsrichter Klossner auf den Elfmeterpunkt zeigte - und Stojkov als sicherer Schütze auf 2:0 für die Aarauer erhöhte.
Die Equipe von Ranko Jakovljevic schien alles im Griff zu haben, brachte sich aber mit defensiven Nachlässigkeiten selbst in Bedrängnis. In der 40. Minute schnappte Aarau-Verteidiger Ludäscher, zuvor tadellos spielend, seinem herauseilenden Goalie Bolli völlig unnötig den Ball vor den Händen weg und legte ihn pfannenfertig für Biel-Spieler Ramon Egli, den Sohn von ex-FCA-Trainer Andy Egli, auf, der das Leder mühelos zum Anschlusstreffer im verwaisten Gehäuse unterbrachte. Die Antwort der Hausherren folgte postwendend, doch wurde der Abschluss von Marazzi durch Biel-Goalie Zimmermann, der den verletzten Stammkeeper Walthert vertrat, reflexschnell zur Ecke gelenkt. Am Ende ging es allerdings mit einem ausgeglichenen Spielstand in die Kabinen, weil sich der pfeilschnelle Gäste-Angreifer Etoundi über rechts durchzusetzen wusste und erneut Egli (43.) in der Mitte goldrichtig stand, um den ernüchternden 2:2-Pausenstand aus Sicht der Aarauer zu fixieren.
Wer nun mit einem Auseinanderbrechen der Gastgeber rechnete, wurde von den spielfreudigen Aarauern bereits in den Startminuten des zweiten Durchgangs eindrücklich eines Besseren belehrt. Auf der linken Aussenbahn setzte sich Marazzi energisch durch, dessen Hereingabe durch Gashi (50.) gekonnt zur erneuten Aarauer Führung genutzt wurde. Nur eine Zeigerumdrehung später tauchte plötzlich Stojkov nach einem weiten Zuspiel alleine vor dem Bieler Kasten auf, um eiskalt auf 4:2 zu erhöhen; aber wiederum gelang es dem FCA nicht, seine komfortable Ausgangslage zu nutzen, um das Spielgeschehen in ruhigere Bahnen zu lenken. Die Akteure beider Teams boten den Zuschauern beste Unterhaltung, konnte doch Morello in der 55. Minute nach einem Eckball von der rechten Seite aus kürzester Distanz erneut für die Seeländer verkürzen; wenig später folgte schon ein nächster Aufreger, als Stojkov im eigenen Strafraum viel zu übermotiviert zu Werke ging, was einen Foulpenalty für die Bieler zur Folge hatte. Aber FCA-Keeper Bolli - trotz drei Gegentoren mit einem gelungenen Debüt - avancierte in Rekordzeit zum Publikumsliebling, indem er den nachfolgenden Strafstoss von Di Nardo parierte (56.).
Die Bieler drückten weiter auf den Ausgleichstreffer; vor allem Etoundi war von der Aarauer Defensive kaum mehr zu bremsen, doch fehlte es den Gästen an der allerletzten Präzision im Abschluss, so dass auch die Versuche von Di Nardo (63.) und Moser (76.), dessen Schuss aus einem unmöglichen Winkel noch die Querlatte streifte, nicht von Erfolg gekrönt waren. In den finalen Minuten kam Aarau zu Entlastungsangriffen: Zwar flog der Distanzschuss von Stojkov (86.) noch am Gehäuse vorbei, doch schliesslich erlöste Captain Burki seine Farben, als er einen Konter über Stojkov und Aratore in der dritten Minute der Überzeit mit einem strammen Schuss in die linke Torecke zum 5:3-Endstand abschloss und einen würdigen Schlusspunkt hinter eine atemberaubende Begegnung setzte.
Der FC Aarau verdiente sich seinen optimalen Auftakt in die Rückrunde mit einer sehr kämpferischen und zielstrebigen Spielweise und revanchierte sich gleichzeitig für die 1:7-Niederlage im Hinspiel auf der Gurzelen. Bemerkenswert: In den beiden Direktduellen der laufenden Saison zwischen dem FC Aarau und dem FC Biel/Bienne gab es jeweils acht Treffer zu sehen; und auch beim letzten Aarauer Sieg über die Seeländer (am 23. November 1980) fielen nicht weniger als sieben Tore (5:2). In der Tabelle der Challenge League kletterte der FCA auf Kosten von Wohlen auf den zwölfen Zwischenrang; an den kommenden Sonntagen folgen zwei schwierige Auswärtsspiele in Delémont (27.2.) und in Genf gegen Servette (6.3.) - umso wichtiger war der Auftaktsieg gegen Biel/Bienne für das Selbstvertrauen aller Beteiligten.
(Patrick Haller)
Bemerkungen:
Aarau ohne Mall (verletzt), Bachmann, Vagi, Zeqiri (alle nicht im Aufgebot), Polverino (abwesend).
Biel/Bienne ohne Doudin, Ledesma, Walthert (alle verletzt), Maksimovic (nicht im Aufgebot).
Verwarnungen: 33. Zimmermann, 82. Liechti (beide Foulspiel), 84. Sinanovic, 84. Morello (beide Unsportlichkeit)
56. Bolli pariert Foulpenalty von Di Nardo.

FC Aarau
Bolli; Gonçalves, Mitreski, Ludäscher, Benito; Burki, Ionita (78. Sinanovic); Gashi (66. Aratore), Stojkov, Marazzi (89. Müller); Bengondo.
FC Biel/Bienne
Zimmermann; Vuille, Kehrli, Schweizer, Liechti; Egli, Di Nardo (75. Dénervaud), Veloso (46. Moser), Mathys; Etoundi, Morello.
