Challenge League
FC Aarau - FC Vaduz 2:3 (0:1)
Brügglifeld, Aarau. - 2'700 Zuschauer. - SR: Carrel.
Tore: 47. Ciccone 0:1. 49. Sabanovic 1:1. 57. Stojkov 2:1. 76. Sabia 2:2. 77. Merenda 2:3.
Aarau schlägt sich selbst
In einer packenden Begegnung musste sich Aarau trotz einer
zwischenzeitlichen Führung gegen Vaduz geschlagen geben, nachdem sich
die Aarauer in der Schlussphase zwei unnötige Gegentore eingefangen
hatten und sich somit selbst um den verdienten Lohn brachten.
Das
Fernsehspiel des achten Spieltages avancierte von Beginn weg zu einem
offenen Schlagabtausch. Es waren erst 35 Sekunden gespielt, als
Burgmeier nach einem fahrlässigen Aarauer Ballverlust zum ersten
Abschluss kam. Der ehemalige Aarauer Mittelfeldspieler stand auch in
der neunten Minute im Mittelpunkt, als er seinen wuchtigen Abschluss
von Verteidiger Gonçalves aufmerksam auf der Torlinie abgewehrt sah;
zuvor musste Vaduz-Goalie Jehle bei einem Schuss Aratores (8.) erstmals
eingreifen. Die heissen Szenen spielten sich allerdings primär im
Aarauer Strafraum ab, weil sich die heimische Defensive immer wieder
von den zielstrebigen Angriffen der Liechtensteiner, zuletzt vier Mal
in Folge siegreich, überraschen liess. Aus halbrechter Position
scheiterte Merenda (12.) - schon zum Torjubel ansetzend - am rechten
Pfosten; wenige Minuten später war Hasler (16.) aus ähnlicher Position
erfolglos.
Nach einer halben Stunde war Keeper Studer bei einem
Kopfball Merendas gefordert. Eine weitere Hereingabe der Gäste landete
zwar im Netz, doch dem vermeintlichen Treffer wurde die Anerkennung
durch den Unparteiischen verwehrt. Auf der Gegenseite tauchten
plötzlich drei Aarauer vor dem gegnerischen Gehäuse auf, doch das
ungenaue Zuspiel von Aratore vermochte Stojkov nicht zum Ausgleich zu
nutzen (39.). Und nur zwei Zeigerumdrehungen später passte Stojkov
seinerseits in die Tiefe zum omnipräsenten Aratore, dessen
Abschlussversuch durch Nationaltorwart Peter Jehle allerdings erneut
abgewehrt wurde (42.). In der dritten Minute der Nachspielzeit folgte
der Schock für die Gastgeber: Nach einer Unaufmerksamkeit in der
Aarauer Hintermannschaft traf Ciccone mit einem Heber über den
herausgeeilten Torhüter Studer hinweg zur glückhaften, aber durchaus
verdienten Pausenführung für Vaduz.
Im zweiten Durchgang kam
Aarau wie verwandelt aus der Kabine und spielte nun noch zielstrebiger
nach vorne, ohne die eigene Abwehrarbeit zu vernachlässigen. Dies wurde
schon in der 49. Minute belohnt, als Sabanovic eine Flanke Marazzis
freistehend zum 1:1-Ausgleich einköpfen konnte. Auch der zweite Treffer
wurde über die linke Aussenbahn eingeleitet, wo sich Aratore
durchzusetzen vermochte und optimal für Stojkov auflegte, der das Leder
zum 2:1 (57.) in die Maschen setzte. In der Folge kontrollierte die
Equipe von Ranko Jakovljevic zwar das Spielgeschehen mühelos, doch die
Vorentscheidung in Form eines dritten Treffers wurde verpasst - nach
einem perfekten Zuspiel von Burki sündigte Stojkov auf dem Weg zum
sicheren Tor (70.).
Es sollte schliesslich alles anders kommen,
woran Aarau nicht unschuldig war: Beim Ausgleich von Vaduz brachten die
Einheimischen den Ball mehrmals nur ungenügend aus der Gefahrenzone, so
dass der eingewechselte Sabia (76.) schliesslich aus kurzer Distanz
einköpfen konnte. In der darauffolgenden Spielminute unterschätzte
Torhüter Studer einen immer länger werdenden Befreiungsschlag der
Liechtensteiner - von der Querlatte prallte das Leder schliesslich in
Richtung von Merenda, der das Spielgerät geistesgegenwärtig zum
3:2-Sieg in die Maschen köpfte. Danach kam Aarau durch Müller (83.) und
Marazzi (89.) zwar nochmals zu Abschlussmöglichkeiten, doch deren
riskante Direktabnahmen flogen jeweils über das Gehäuse; ebenso ein
Kopfball Merendas, der nach einem Konterangriff von Vaduz aus wenigen
Metern zum Abschluss kam.
(Patrick Haller)
Bemerkungen:
Aarau ohne Bengondo, Polverino (beide gesperrt), Huber, Mall, Sinanovic, Vagi, Zeqiri (alle verletzt).
Vaduz ohne Fischer, Monteiro, Ritter, Ritzberger (alle verletzt), Fabio (nicht im Aufgebot).
Verwarnungen: 50. Bader, 54. Bellon, 84. Gonçalves (alle Foulspiel), 88. Schwegler (Zeitverzögerung)
9. Goncalves klärt Burgmeier-Schuss auf der Linie.
12. Abschluss von Merenda an den rechten Pfosten.
27. Burgmeier nach Zweikamapf verletzt ausgeschieden.
33. Kopfballtreffer von Vaduz wegen Abseits annulliert.

FC Aarau
Studer; Gonçalves, Rapisarda, Ludäscher, Benito; Burki, Jakovljevic (86. Rüedi); Aratore (73. Müller), Stojkov, Marazzi; Sabanovic (76. Ionita).
FC Vaduz
Jehle; Oehri (74. Colocci), Schwegler, Bader, Cerrone; Bellon, Ciccone, Sara, Burgmeier (27. Denicola); Hasler (58. Sabia), Merenda.
