Axpo Super League
FC Luzern - FC Aarau 4:0
Gersag, Emmen. - 7'189 Zuschauer. - SR: Kever.
Tore: 62. Chiumiento (Pen) 1:0. 66. Ferreira 2:0. 68. Ianu 3:0. 84. Chiumiento 4:0.
Sechs Minuten zum Vergessen
Im letzten Spiel unter Interimstrainer Ranko Jakovljevic verliert der
FC Aarau in der Zentralschweiz (zu) deutlich mit 0:4. Über eine Stunde
waren die Aarauer ebenbürtig, doch drei Gegentreffer innert sechs
Spielminuten besiegelten schliesslich das harte Schicksal des
Tabellenletzten.
Auf dem nassen Terrain vermochten sich beide
Equipen in der ersten Hälfte nur wenige Torchancen zu erspielen. Die
erste Aarauer Möglichkeit wurde von Captain Sandro Burki eingeleitet,
dessen Pass nach aussen von Pejcic, der den gesperrten Flügelspieler
Marazzi vertrat, aufgenommen wurde. Der serbische Offensivspieler liess
auch Debütant Urtic ins Leere laufen, schoss Luzern-Keeper Zibung aus
schwierigem Winkel allerdings direkt in die Arme (6.). Auf der
Gegenseite tauchten die Gastgeber zwar regelmässig am Aarauer Strafraum
auf, doch alle Abschlussversuche wurden von der sicheren Defensive des
Tabellenletzten mühelos abgeblockt. Vereinzelte Blitzangriffe schienen
im strömenden Regen durchaus ein probates Mittel zu sein, um zum
Torerfolg zu kommen; nach einem raschen Konter wurde erneut Pejcic -
ausnahmsweise auf den rechten Aussenbahn vorzufinden - erst im letzten
Moment vom Ball getrennt. Beim nachfolgenden Eckball, wiederum vom
präsenten Pejcic getreten, stieg Stoll am höchsten, doch der Kopfball
strich knapp am linken Pfosten vorbei (23.).
Nach einer knappen
halben Stunde hätten die Luzerner beinahe von der temporären
Desorientierung der Gäste-Abwehr profitieren können, doch der
Direktschuss von Ferreira nach einem Querpass von Ianu knallte nur an
die Querlatte (28.). Als sich Chiumiento wenig später an der Eckfahne
gegen drei Aarauer durchzusetzen wusste, verpasste Joao Paiva dessen
Hereingabe nur um wenige Zentimeter (35.). Im direkten Gegenzug schoss
Bengondo aus über zwanzig Metern am Luzerner Gehäuse vorbei. Der
Kameruner, in Abwesenheit von Mustafi (gesperrt) und Stojkov (verletzt)
als einzige Sturmspitze aufgestellt, besass auch die letzte Möglichkeit
der ersten Halbzeit, als er eine Hereingabe von Pejcic ebenfalls nur an
die Torumrandung köpfte (42.), so dass es ohne Tore in die Kabinen ging.
Nach
dem Seitenwechsel neutralisierten sich beide Teams anfänglich. Dann
folgte die verhängnisvolle Szene in der 61. Minute, als FCA-Verteidiger
Stoll beim Versuch zum Eckball zu klären seinen Gegenspieler Paiva
unglücklich legte - und Schiedsrichter Kever zurecht auf den
Elfmeterpunkt zeigte. Der Strafstoss wurde von Chiumiento ohne Probleme
zur Luzerner Führung verwandelt, sodass der FC Aarau in der "Ära
Jakovljevic" nach 331 (!) Minuten zum ersten Mal einen Gegentreffer
einstecken musste. Dabei sollte es allerdings nicht bleiben: Nachdem
der zuvor eingewechselte M'Futi den Ausgleichstreffer kläglich
verpasste hatte, indem er eine Massflanke Langs freistehend auf Zibung
geköpft hatte, erhöhte Luzern im direkten Gegenzug auf 2:0, als
Ferreira (66.) eine Hereingabe Rengglis einnickte.
Und nur zwei
Zeigerumdrehungen später legte der frühere Aarauer Ianu - wiederum per
Kopf - einen dritten Treffer gegen sichtlich geschockte Gäste nach. In
der Folge fing sich die Equipe von Ranko Jakovljevic zwar wieder, doch
mehr als gute Ansätze in der Angriffsauslösung waren in der
Schlussphase nicht mehr zu entdecken. Es war sehr symptomatisch, dass
die Direktabnahme Bengondos (70.) von Leuchten-Keeper Zibung noch
irgendwie vor der Torlinie gestoppt werden konnte. In der 84. Minute
krönte Chiumiento seinen starken Auftritt mit seinem zweiten
persönlichen Treffer zum 4:0, als er nach einem perfekten Pass in die
Tiefe auch Schlussmann Ivan Benito keine Abwehrchance liess. Am
deutlichen Ergebnis vermochte auch der wuchtige Kopfball von Bengondo
nichts mehr zu ändern (86.), sodass die Aarauer auch drei Spieltage vor
dem Ende der ASL-Saison 2009/10 noch immer einen Punkt Rückstand auf
den Barrage-Platz haben. (ph)
Stimmen zum Spiel:
Ranko
Jakovljevic (Aarau-Interimstrainer): "Wir haben 60 Minuten sehr gut
mitgehalten, aber in den entscheidenden Momenten unsere Chancen (Anm.:
M'Futi-Kopfball vor dem 2:0) nicht nutzen können. Der Luzerner Sieg ist
am Ende ein wenig zu hoch ausgefallen, aber meine Mannschaft hat erneut
gezeigt, dass sie noch lebt. Auch kämpferisch war der Auftritt
einwandfrei. Für uns zählen aber nur Punkte - folglich werden wir auch
gegen Basel auf Sieg spielen."
Rolf Fringer
(Luzern-Cheftrainer): "Das war ein beherzter Auftritt meiner
Mannschaft. In der ersten Halbzeit waren wir nicht so
durchschlagskräftig, aber wir wussten, dass wir einfach Geduld bewahren
müssen. Nach dem ersten Tor war der Bann schliesslich gebrochen, auch
wenn der Sieg am Ende zu hoch war. Uns ist einfach alles gelungen. Ich
bin sehr stolz auf die Spieler - jeder hat für jeden gekämpft, obwohl
wir momentan viele Verletzte zu beklagen haben."
Wichtige Spielszenen:
Bemerkungen:
Luzern ohne Büchli, Frimpong, Imbach, Lambert, Lustenberger, Sorgic, Yakin, Zverotic (alle verletzt), Kaufmann, Seoane (beide nicht im Aufgebot).
Aarau ohne Marazzi, Mustafi (beide gesperrt), L. Benito, Stojkov (beide verletzt).
Verwarnungen: 40. Lampi (Foulspiel), 45. Chiumiento (Reklamieren), 58. Elmer, 90. Luqmon (beide Foulspiel)
28. Schuss von Ferreira an die Querlatte.
42. Kopfball von Bengondo an die Querlatte.

FC Luzern
Zibung; Urtic, Veskovac, Schwegler, Luqmon; Renggli (73. Wiss), Kukeli; Ianu (79. Etter), Chiumiento, Ferreira; Paiva (66. Siegrist).
FC Aarau
I. Benito; Lampi, Aquaro, Stoll, Elmer; Lang, Burki, Polverino (78. Baykal), Pejcic (78. Schaub); Sinanovic (64. M'Futi); Bengondo.
