Axpo Super League
FC Aarau - FC St. Gallen 2:0
Brügglifeld, Aarau. - 7'800 Zuschauer. - SR: Circhetta.
Tore: 20. Marazzi 1:0. 67. Burki 2:0.
Marazzi trumpft gegen Ex-Club auf
Der FC Aarau siegt zum dritten Mal in Folge - 2:0 gegen den FC St.
Gallen. Zur grossen Figur im Tollhaus Brügglifeld avancierte der
ehemalige FCSG-Spieler David Marazzi mit seinem Führungstreffer (20.)
und der cleveren Vorlage für Captain Sandro Burki (67.), der den
2:0-Endstand inmitten einer seltenen Ostschweizer Druckphase fixieren
konnte.
Die frenetischen FCA-Fans gaben die Stossrichtung vor,
als sie zu Beginn auf der Gegengeraden eine sehenswerte Choreographie
("Unabsteigbar - meh als en Mythos") zeigten, doch den Aarauer Spielern
gelang es zu Beginn kaum Akzente zu setzen. Die ersten
Annäherungsversuche auf das gegnerische Gehäuse unternahm Gästespieler
Winter, der das Tor allerdings zweimal (10./12.) deutlich verpasste.
Die Aarauer tauchten in der 16. Minute erstmals gefährlich im Strafraum
der Ostschweizer auf, als Sinanovic eine weite Flanke auf Marazzi
schlug, doch Letzterer nicht an Torhüter Vailati vorbeikam; wenige
Sekunden später scheiterte auch Lang mit seiner Direktabnahme am
Espen-Schlussmann. In der 20. Minute war die Aarauer Führung
schliesslich Tatsache: Nach einem schnellen Konterangriff flankte Lampi
vor der Ostschweizer Abwehr hindurch - und weil auch Keeper Vailati
diesmal nicht an den Ball kam, traf David Marazzi - ehemaliger
Publikumsliebling in St. Gallen - zur umjubelten 1:0-Führung ins
verwaiste Tor.
Nur drei Minuten später war es Mustafi - in
Abwesenheit des verletzten Stojkovs als sichtlich engagierte
Sturmspitze in den heimischen Reihen - der das Aussennetz mit einem
satten Schuss aus zehn Metern prüfte. Die Gäste waren in der Offensive
äusserst harmlos: Nach einer Kopfballablage Merendas wusste
Aarau-Torhüter Ivan Benito vor Abegglen zu klären (30.). Und wenig
später schoss Michael Lang, obwohl vom Gegner nur zaghaft angegriffen,
deutlich am Tor vorbei (32.). In den letzten Minuten der ersten
Halbzeit vergab Aarau einen deutlicheren Vorsprung fahrlässig: Zuerst
scheiterte Mustafi nach einem schnellen Konter abermals an Vailati
(38.), einige Minuten später schoss Lang nach einem Querpass von
Sinanovic freistehend aus halbrechter Position am entfernten Pfosten
vorbei (42.).
Der Aarauer Einbahnfussball fand auch nach der
Pause eine rasche Fortsetzung, als Mustafis Schuss (nach einem Pass in
die Tiefe von Burki) von Vailati mittels Fussabwehr pariert wurde
(49.). Knapp zehn Minuten später wurde ein Distanzschuss Polverinos zur
Ecke gelenkt. Der folgende Corner wurde von Lang auf den ersten Pfosten
getreten, wo das Leder von einem Bein an den Pfosten bzw. an die
Querlatte gelenkt wurde. In der Folge bekam St. Gallen kurzzeitig
Aufwind: Zuerst behändigte Keeper Benito einen Flachschuss von Frei
(59.). Dann musste sich Verteidiger Stoll - wie auch seine
Abwehrkollegen seit einigen Spielen mit souveränen Leistungen
auffallend - im letzten Moment in einen Abschlussversuch von Abegglen
werfen (65.).
Die Aarauer beantworteten die Druckphase des
Gegners mit einem eigenen Torerfolg eindrücklich: Am linken Flügel
spielte Mustafi mustergültig Marazzi frei, der den Weg in den Strafraum
suchte - und im entscheidenden Moment abgebrüht in den Rücken der
Abwehr passte, wo Captain Burki nur noch zum 2:0 (67.) einzuschiessen
brauchte. Als einziger Wermutstropfen beim erfolgreichen „Ladies Day“
im Brügglifeld galt die mangelhafte Chancenauswertung der aufstrebenden
Aarauer. Dies zeigte sich wieder in der Schlussphase, als Marazzi
zuerst mit einem Direktschuss haarscharf vorbeischoss (74.) und wenig
später alleine vor FCSG-Torhüter Vailati scheiterte. Dieses Schicksal
ereilte zwei Minuten vor dem Ablauf der regulären Spielzeit auch
Teamkollege Lang, dessen Schuss ebenfalls abgewehrt wurde. Am Ende
konnte ein hochverdienter FCA-Heimsieg gefeiert werden, womit der FC
Aarau auch erstmals seit dem fünften Spieltag bzw. seit dem 16. August
2009 die rote Laterne an die AC Bellinzona abgeben konnte. (ph)
Stimmen zum Spiel:
Ranko
Jakovljevic (Aarau-Interimstrainer): "Ich bin sehr froh, dass wir heute
gewinnen konnten. Der FC St. Gallen war zwar mehrheitlich im
Ballbesitz, doch wir haben vorbildlich gekämpft und waren dank
schnellem Umschalten oftmals gefährlich. Der Sieg war aufgrund des
Chancenplus sicher verdient. Ich muss allen Spielern ein grosses
Kompliment machen - alle stellten sich in den Dienst der Mannschaft und
waren in der Lage über sich hinauszuwachsen."
Uli Forte
(St.-Gallen-Cheftrainer): "Der Aarauer Sieg ist völlig verdient. Bei
uns war in keiner Szene zu sehen, worum es geht. Wir hatten uns viel
vorgenommen, wollten einen Schritt in Richtung Europa League machen.
Das können wir nach dieser blutleeren Darbietung vergessen. Es
herrschte eine regelrechte Kehrausstimmung. Aarau vermochte in seiner
schwierigen Situation viel mehr Ressourcen zu mobilisieren - der Sieg
ist in Ordnung."
Wichtige Spielszenen:
Bemerkungen:
Aarau ohne Bastida, L. Benito, Stojkov (alle verletzt), Rapisarda (gesperrt), Ionita, Lehtinen, Müller, Studer (alle U-21).
St. Gallen ohne Frick, Haas, Knöpfel, Schenkel (alle verletzt), Fernando, Oehri (beide gesperrt), Bolli, Caceres, Lehmann, Muntwiler (alle abwesend).
Verwarnungen: 42. Mustafi (Reklamieren), 69. Marazzi (Ballwegschlagen), 72. M. Lang, 82. Ze Vitor (beide Foulspiel)
58. Eckball von Lang wird an die Torumrandung gelenkt.

FC Aarau
I. Benito; Lampi, Aquaro, Stoll, Elmer; Lang, Burki, Polverino, Marazzi (86. Schaub); Sinanovic (60. Baykal), Mustafi (72. Bengondo).
FC St. Gallen
Vailati; M. Lang, Zellweger, Imhof, Hämmerli (79. Koubsky); Winter, Frei (60. Ze Vitor), Costanzo, Nushi; Abegglen, Merenda (46. Pa Modou).
