Axpo Super League
FC Zürich - FC Aarau 0:1
Letzigrund, Zürich. - 7'700 Zuschauer. - SR: Graf.
Tor: 62. Mustafi 0:1.
Zweiter Sieg in Folge!
Im zweiten Spiel unter Ranko Jakovljevic feierte der FC Aarau dank
einem Treffer des eingewechselten Mustafis (62.) zum zweiten Mal einen
1:0-Sieg. Die Aarauer durften im Letzigrund den ersten Auswärtserfolg
der laufenden Saison bejubeln - und liegen nun nur noch einen Punkt
hinter dem Barrage-Rang, den die AC Bellinzona besetzt.
Am
morgigen Sonntag hätte sich der bislang letzte Aarauer Auswärtssieg
(2:1 in Bellinzona) erstmals gejährt. Dass es nicht soweit kam, hatte
der FCA in der ersten Hälfte auch einer grösseren Portion Glück, das
seit der Ernennung von Interimscoach Ranko Jakovljevic den Weg zurück
nach Aarau gefunden zu haben scheint, zu verdanken. Nach einer
ereignisarmen Startphase setzten die Zürcher in der 22. Minute erste
Duftmarken, als zuerst Maigairaz völlig freistehend vorbeiköpfte und
wenig später Chikhaoui nach einem Pass in die Tiefe an Torhüter Ivan
Benito scheiterte. Im Gegenzug landete eine verunglückte Hereingabe des
aufgerückten Linksverteidigiers Elmer nur auf der Latte.
Die
Aarauer offenbarten temporäre Zuordnungsprobleme in der Defensive,
wovon Margairaz (29.) bei seiner wuchtigen Direktabnahme vom
Elfmeterpunkt allerdings nicht zu profitieren wusste. Einige Minuten
später war Keeper Benito erneut gefordert, als er einen Kopfball
Chikhaouis behändigte. Die letzte Möglichkeit in einer einseitigen
Halbzeit besass wiederum Margairaz, dessen Freistoss aus dreissig
Metern knapp am gegnerischen Gehäuse vorbeistrich. Die Gäste waren
offensiv noch zweimal mit zielstrebigen Konterangriffen in Erscheinung
getreten, doch sowohl Lang (30.) als auch Sinanovic (38.) wurden
jeweils im entscheidenden Moment am Abschluss gehindert.
In der
Halbzeitpause war Aarau zu einem ersten Wechsel gezwungen: Als Ersatz
für den angeschlagenen Angreifer Aco Stojkov (Leistenprobleme) kam
Orhan Mustafi gegen seinen ex-Verein zu seinem "Comeback", nachdem der
Nachwuchs-Internationale unter dem früheren Übungsleiter Martin
Andermatt noch gemeinsam mit Jonas Elmer und Ivan Pejcic aus der ersten
Mannschaft geworfen worden war. Interimstrainer Ranko Jakovljevic
erklärte seine erste Auswechslung wie folgt: "Stojkov konnte in den
letzten Wochen nicht ohne Beschwerden trainieren. Ich habe ihm gesagt,
dass er solange wie möglich alles geben soll. Aber auch ehrlich sein,
wenn es nicht mehr gehen sollte. Dann habe ich Mustafi - und nicht
Bengondo - eingewechselt, weil ich überzeugt war, dass er gegen seinen
ehemaligen Verein doppelt motiviert sein wird. Er hat grosses
Potential, aber es liegt an ihm, was er aus seinem Talent macht."
Tatsächlich
zeigte sich Mustafi an alter Wirkungsstätte von seiner besten Seite:
Nachdem Lang (50.) aus halblinker Position noch verzogen hatte, war die
Basler Leihgabe in der 62. Minute erfolgreicher: Nach einem optimalen
Zuspiel Polverinos konnte Mustafi alleine auf das gegnerische Tor
zulaufen, um abgebrüht zum 1:0 zu vollenden. Vier Minuten später
standen die gleichen Spieler erneut im Mittelpunkt, als Torhüter Leoni
einen Abschlussversuch von Mustafi, der erneut vom aufblühenden
Polverino in Szene gesetzt wurde, zur Ecke lenkte. Der Tabellenletzte
überzeugte im zweiten Durchgang mit einer noch selten gesehenen
Abgeklärtheit, so dass die Einheimischen kaum mehr zu nennenswerten
Gelegenheiten kamen, was offenkundig eine zunehmende Ratlosigkeit im
Spiel der Stadtzürcher zur Folge hatte.
Eine brenzlige Situation
galt es aus Aarauer Sicht noch zu überstehen, als ein Schuss Chikhaouis
- von Verteidiger Stoll noch entscheidend abgelenkt - haarscharf am
linken Pfosten vorbeiflog (82.). Auf der Gegenseite prüfte Marazzi
seinerseits Keeper Leoni mit einem schönen Versuch aus der Distanz
(86.). Nachdem auch die nervenaufreibende Nachspielzeit von vier
Minuten endlich verstrichen war, durfte ein unerwarteter Aarauer
Auswärtssieg bejubelt werden. Es war gleichzeitig der erste Vollerfolg
im Stadion Letzigrund seit dem 02. Dezember 2007, als der FC Zürich
ebenfalls mit dem Minimalergebnis besiegt wurde. (ph)
Stimmen zum Spiel:
Ranko
Jakovljevic (Aarau-Interimstrainer): „In der ersten Hälfte war Zürich
eindeutig besser. Wir hatten Glück, dass wir mit einem 0:0 in die
Kabine gingen. Danach standen wir viel besser, haben den Zürchern kaum
mehr Torchancen zugestanden. Leider haben wir es mit der 1:0-Führung im
Rücken verpasst, weitere Kontermöglichkeiten zu nutzen.“
Bernard
Challandes (FCZ-Cheftrainer): „Die erste Halbzeit war spielerisch sehr
gut, aber wir waren wieder einmal nicht effizient genug. Nach der Pause
haben wir alles falsch gemacht. Ich kann mir das nicht erklären. Wir
haben nur noch Alibi-Fussball gespielt und wurden dafür bestraft.“
Wichtige Spielszenen:
Bemerkungen:
Zürich ohne Aegerter, Magnin (beide gesperrt), Guatelli (krank), Hassli, Nikci (beide nicht im Aufgebot).
Aarau ohne L. Benito (gesperrt), Bastida, Ionita, Lehtinen, Müller (alle verletzt), Schaub (krank), Mall (U-21).
Verwarnungen: 30. Tihinen (Foulspiel), 45. Burki (Reklamieren), 67. Marazzi (Foulspiel), 68. Rapisarda (Ballwegschlagen), 81. Mustafi (Unsportlichkeit)
23. Flanke von Elmer landet auf der Querlatte.

FC Zürich
Leoni; Koch, Barmettler (87. Mehmedi), Tihinen, Rodriguez; Margairaz, Rochat; Vonlanthen, Schönbächler (67. Okonkwo), Djuric (67. Alphonse); Chikhaoui.
FC Aarau
I. Benito; Lampi, Rapisarda, Stoll, Elmer; Lang, Burki, Polverino, Marazzi (90. Pejcic); Sinanovic (67. Baykal); Stojkov (46. Mustafi).
