Axpo Super League
FC Aarau - Neuchâtel Xamax FC 1:0
Brügglifeld, Aarau. - 3'800 Zuschauer. - SR: Studer.
Tor: 18. Lang 1:0.
Trainerwechsel zeigt Wirkung
In der ersten Partie unter Interimstrainer Ranko Jakovljevic siegte der
FC Aarau gegen Neuchâtel Xamax nach einem herioschen Kampf dank dem
sehenswerten Treffer des früheren Xamaxien Steven Lang (18.) verdient
mit 1:0.
Nichts anderes als ein Sieg war heute von den Aarauer
Spielern gefordert - und beinahe wäre das Leder schon in der dritten
Spielminute im gegnerischen Netz gezappelt, als eine Direktabnahme von
Sinanovic nur haarscharf am linken Pfosten vorbeistrich. Die Gastgeber
kontrollierten das Spielgeschehen dank eines kämpferischen Auftritts
anfänglich problemlos. Nach einer Viertelstunde verpasste auch Lang
einen Torerfolg mit einem Flachschuss aus 20 Metern nur knapp, aber
zwei Minuten später durfte der Flügelspieler jubeln. Die Neuenburger
liessen sich vom kurz ausgeführten Aarauer Eckball überraschen, so dass
Lang unbedrängt in den Strafraum ziehen konnte - und aus spitzem Winkel
(leicht abgefälscht) zum 1:0 einschoss.
Die Gäste waren
ausschliesslich nach stehenden Bällen gefährlich, offenbarte die
ansonsten abgeklärte Aarauer Defensive dabei doch einige
Unsicherheiten. Auch in der 27. Minute, als Keeper Ivan Benito eine
Hereingabe nicht aus der Gefahrenzone klären konnte, doch
Xamax-Angreifer Gohou aus sieben Metern über das verwaiste Gehäuse
schoss. Diese brenzligen Situationen konnten mit der nötigen Portion
Glück, welches sich die Aarauer mit einem beherzten Auftritt
verdienten, jedoch allesamt schadlos gemeistert werden. In der
Nachspielzeit der ersten Hälfte verpasste Stojkov einen zweiten Aarauer
Treffer, als er bei einer Hereingabe Marazzis einen Schritt zu spät kam.
Der glücklose Auftritt des Aarauer Topscorers setzte sich auch nach der
Pause nahtlos fort, als Stojkov nach einem Laufduell gegen Besle aus 20
Metern nur Zentimeter drüber schoss (47.). Auf der anderen Seite
untermauerte die Xamax-Offensive ihren harmlosen Auftritt mit einem
Weitschuss von Kuljic, der das Ziel deutlich verfehlte. Die Aarauer
verpassten es in dieser Phase einen zweiten Treffer nachzulegen: Nach
einer sehenswerten Einzelaktion zögerte Polverino an der
Strafraumgrenze mit seinem Abschluss zu lange (58.), einige Minuten
später schoss wiederum Lang nach schöner Vorarbeit von Loris Benito,
der als linker Aussenverteidiger eine herausragende Partie ablieferte,
rechts am Gehäuse der Neuenburger vorbei.
Und weil auch Captain
Burki nach einem Eckball von der rechten Seite am zweiten Pfosten
stehend vorbeischoss (71.), entwickelte sich eine äusserst
nervenaufreibende Schlussphase. Zuerst schoss Gashi (78.), der von der
Aarauer Abwehr nicht energisch angegriffen wurde, aus 20 Metern am Tor
vorbei, wenig später brannte es im Xamax-Strafraum lichterloh. Eine
Hereingabe von Lang lenkte Bengondo (81.) noch entscheidend ab, doch
Gästekeeper Ferro parierte aufmerksam. Im Nachsetzen brachten auch
Schaub und Sinanovic - inzwischen standen fünf (!) Aargauer mit dem
Adler auf der Brust auf dem Rasen - den Ball auch nicht über die
Torlinie. In der 86. Minute dürfte vielen Zuschauern nochmals der Atem
gestockt sein, als Aganovic nach einem Pass in die Tiefe alleine vor
Keeper Benito auftauchte, doch Letzterer den dritten Saisonsieg für
seine Farben mit einer mirakulösen Abwehr festhielt. (ph)
Stimmen zum Spiel:
Ranko Jakovljevic (Aarau-Trainer): "Ich bin zufrieden mit der
kämpferischen Leistung meiner Mannschaft. In der ersten Hälfte haben
wir gut gespielt. Wir wussten, dass Xamax nach dem Seitenwechsel
anrennen würde. Wir haben uns dabei zu weit zurückdrängen lassen. Wir
waren zu wenig konsequent, aber es war klar, dass wir nicht spielerisch
glänzen können - wichtig sind die drei Punkte. Wir müssen in Zukunft
mehr Ruhe ins Spiel bringen. Die Begegnung hätte in der zweiten
Halbzeit auch kippen können."
Pierre-André Schürmann (Xamax-Trainer): "Wir hätten heute nicht
verlieren müssen. Es wurden aber auch unsere Limiten aufgezeigt, weil
wir eine Vielzahl an gesperrten und verletzten Spielern beklagen. Ich
kann nicht mit der ersten Hälfte zufrieden sein. Beim Gegentreffer
haben wir uns wie eine Mannschaft bei den Junioren ausspielen lassen.
Nach der Pause haben wir mehr Herzblut gezeigt, doch Chancen nicht
genutzt, so dass wir nun ohne Punkte dastehen."
Wichtige Spielszenen:
Bemerkungen:
Aarau ohne Aquaro, Ionita, Lehtinen, Müller (alle verletzt), Mustafi, Pejcic, Studer (alle nicht im Aufgebot).
NE Xamax ohne Bah, Edjenguele, Nuzzolo (alle gesperrt), Binya, Gomes, Niasse, Varela (alle verletzt), Etoundi (nicht im Aufgebot).
Verwarnungen: 23. Dampha, 35. Page (beide Foulspiel), 39. Wüthrich (Unsportlichkeit), 45. Besle, 61. Polverino (beide Foulspiel)

FC Aarau
I. Benito; Lampi, Rapisarda, Stoll, L. Benito; Lang, Burki, Polverino (85. Baykal), Marazzi (76. Schaub); Sinanovic; Stojkov (68. Bengondo).
Neuchâtel Xamax FC
Ferro; Ismaeel, Besle, Page, Geiger; Baba (57. Gashi), Hodzic, Dampha (73. Mveng), Wüthrich; Kuljic (64. Aganovic), Gohou.
