Axpo Super League
BSC Young Boys - FC Aarau 3:1 (1:0)
Wankdorf, Bern. - 19'635 Zuschauer. - SR: Busacca.
Tore: 45. C. Schneuwly 1:0. 65. Doumbia 2:0. 67. Doumbia 3:0. 70. Rapisarda 3:1.
Aarau sehr schlecht belohnt
Der BSC Young Boys gewinnt auch den vierten Vergleich mit dem FC Aarau
in der laufenden Saison. Zwar zeigten sich die Aarauer spielerisch
verbessert, doch die Berner nutzten ihre Chancen eiskalt aus, um einen
(zu) deutlichen 5:1-Sieg im gut besuchten Stadion Brügglifeld zu
feiern.
Die erste Begegnung des letzten Meisterschaftsviertels begann für die
Gastgeber mit einer Schrecksekunde, als Stoll einen weiten Flankenball
unterschätzte, doch der aufgerückte Verteidiger Mardassi aus knapp fünf
Metern freistehend über das Tor schoss. Auf der Gegenseite prüfte Lang
YB-Keeper Wölfli mit einem direkt auf den Kasten getretenen Freistoss
von links aussen (6.). In der 16. Minute musste sich Aarau-Torhüter
Ivan Benito bezwingen lassen: Nachdem er einen Schuss Bienvenus
reflexartig abwehrte, liess er sich im Nachschuss aus spitzem Winkel
vom Berner Topscorer Doumbia zum 0:1 erwischen. Drei Minuten später
lancierte Doumbia mit einem Pass in die Tiefe Degen, doch der ehemalige
Aarauer traf alleine vor Benito aus halbrechter Position nur ins
Aussennetz.
Die
Aarauer erhielten eine Vielzahl an Freistössen unweit des gegnerischen
Strafraums zugesprochen, doch nur zweimal wurde es in der ersten Hälfte
wirklich gefährlich: In der 27. Minute liess Torhüter Wölfli einen
tückischen Distanzschuss Bastida aus 25 Metern abprallen, doch ein
mögliches Nachsetzen von Bengondo wurde durch den Offside-Pfiff von
Schiedsrichter Kever verhindert. Nur eine Zeigerumdrehung später war es
erneut Bastida, dessen wuchtiger Freistoss nur Zentimeter über die
Querlatte strich. Eine verhängnisvolle Szene folgte in der 32. Minute:
Aarau-Schlussmann Benito wusste sich gegen den heranstürmenden Bienvenu
nur noch mit einem Foulspiel zu helfen, was zurecht einen Strafstoss
zur Folge hatte. Dass der heimischen Keeper allerdings zudem des Feldes
verwiesen wurde, war eine harte Entscheidung. Aus dem Nichts kam somit
der junge Sascha Studer zu seinem zweiten Einsatz in der Axpo Super
League, vermochte aber nicht zum Elfmeterheld zu avancieren. Regazzoni
traf haargenau, obwohl Studer die richtige Ecke erahnte, zur
2:0-Pausenführung für den Tabellenführer aus Bern.
Die erste
Aktion nach der Halbzeitpause führte wiederum zu einem Ausschluss: Nach
einem Foulspiel an Marazzi trat YB-Innenverteidiger Dudar seinem
Gegenspieler mit voller Wucht aufs Bein, was von Schiedsrichter Kever
erneut mit einer roten Karte geahndet wurde. Paradox: Bis zur 48.
Minute war zwar noch keine Verwarnung zu notieren, doch beide
Mannschaften mussten mit einem Mann weniger auskommen. Die Hoffnung der
engagierten Aarauer auf einen Punktgewinn kehrte sogleich zurück, weil
Lang den Freistoss nach besagtem Foulspiel herrlich zum 1:2 im
gegnerischen Tor versenkte. Diese Hoffnung hielt genau zwölf Minuten
an, bis Raimondi eine Kopfballabwehr Stolls von der Strafraumgrenze
unhaltbar zum 1:3 in die rechte Torecke hämmerte (62.), um die (Berner)
Effizienz eines Spitzenteams eindrücklich unter Beweis zu stellen. Eine
unsportliche Aktion in einer zwischenzeitlich gehässigen Begegnung
leistete sich in der zweiten Halbzeit hingegen YB-Goalgetter Doumbia,
dessen Schlag in den Nacken von Stoll durch Schiedsrichter Kever nicht
sanktioniert wurde.
Die Chancen für einen zweiten Torerfolg der
Aarauer wären auch zweifellos vorhanden gewesen: Nach einem schnell
ausgeführten Freistoss passte Bengondo in die Mitte des Strafraumes,
doch gleich mehrmals verpassten seine Mitspieler einen Treffer aus
kurzer Distanz (67.). Auch der Weitschuss von Marazzi (72.) und der
Kopfball Bengondos (73.) führten nicht zum gewünschten Erfolg;
stattdessen musste sich der bedauernswerte Aarau-Keeper Studer noch
zweimal geschlagen geben - mit zwei identischen Freistössen von
Hochstrasser (75./86.), jeweils aus knapp 25 Metern, halbhoch in die
linke Ecke fixierten die Young Boys einen (zu) deutlichen Endstand von
1:5. Die Aarauer wurden trotz ansteigender Formkurve bitter bestraft;
vor allem die Defensivarbeit war besser, als es das Ergebnis erahnen
liesse. Nichtsdestotrotz zählen am Ende nur die gesammelten Punkte -
und die nächste Gelegenheit zu einem Erfolgserlebnis bietet sich dem
FCA am nächsten Samstag (17.45 Uhr) beim Auswärtsspiel in Sion. (ph)
Wichtige Spielszenen:
Bemerkungen:
Young Boys ohne Degen, Regazzoni (beide gesperrt), Doubaï, Lingani, M. Schneuwly, Traore (alle verletzt), Coly (U-21).
Aarau ohne Stojkov, Stoll (beide gesperrt), Aquaro, Ionita (beide verletzt).
Verwarnung: 30. Yapi (Foulspiel)
12. Foulpenalty von Doumbia streift nur die Querlatte.

BSC Young Boys
Wölfli; Mardassi, Dudar, Affolter; Sutter (70. De Pierro), Yapi, Hochstrasser, Raimondi; Doumbia, Bienvenu (85. Pasche), C. Schneuwly (65. Lustrinelli).
FC Aarau
I. Benito; Lampi, Rapisarda, Polverino, Elmer (61. M'Futi); Lang (79. Pejcic), Burki, Bastida, Marazzi; Sinanovic; Bengondo (61. Mustafi).
