Axpo Super League
FC Aarau - FC Luzern 2:4 (1:2)
Brügglifeld, Aarau. - 7'200 Zuschauer. - SR: Studer.
Tore: 34. Ferreira 0:1. 36. Paiva 0:2. 45. Burki 1:2. 77. Stojkov 2:2. 87. Ferreira 2:3. 92. Ianu 2:4.
Aarau im eigenen Stadion ausgekontert
In einem packenden Derby stand der FC Aarau nach 90 Minuten mit leeren Händen da. Am Ende entschied eine eindrückliche Effizienz zugunsten der Gäste aus Luzern.
Auf den ersten Aufreger mussten die Zuschauer nicht lange warten: In der vierten Spielminute kam Stojkov nach einem Zuspiel von Lang zum Schuss, doch dessen Versuch wurde von Luzern-Verteidiger Diarra mit der Hand gestoppt - ohne dass Schiedsrichter Studer auf Strafstoss entschieden hätte. Auf der Gegenseite hielt Renggli (7.) aus 20 Metern drauf, doch das Leder strich knapp am rechten Torpfosten vorbei. Die Aarauer wurden in der Mitte der ersten Hälfte merklich stärker: Zuerst scheiterte Lang (20.) nach einem Ballgewinn am Luzerner Strafraum an Torhüter Zibung; wenig später setzte sich Stojkov auf der rechten Aussenbahn, wo der junge Verteidiger Wiss oftmals überfordert wirkte, durch (22.). Die Hereingabe des erneut starken Mazedoniers wussten allerdings weder Burki noch Bastida und Lang im Tor unterzubringen, obwohl sie allesamt in bester Position zum Abschluss kamen.
Die Luzerner zeigten ihren Qualitäten vorwiegend bei schnellen Konterangriffen: Nach einem unnötigen Ballverlust von Polverino tauchten die Gäste in Überzahl am Aarauer Strafraum auf, doch Yakin schoss eigensinnig am Gehäuse vorbei. Erfolgreicher waren die Leuchten zehn Minuten vor der Halbzeitpause, als der ex-Aarauer Ianu zur Mitte flankte und Ferreira (34.) im Nachschuss zur glückhaften Gästeführung einschoss, nachdem der vorherige Abschluss von Paiva noch geblockt werden konnte. Nur zwei Minuten später kam es zu einer identischen Situation - am Ende schoss Paiva nach einer Kombination über Ianu und Yakin zum 0:2 ein. Aus Sicht der Gastgeber, die den zweiminütigen Aussetzer teuer bezahlten, war es wichtig, dass Burki (45.) nach einem Eckball von Marazzi und einer Kopfballverlängerung von Stojkov noch vor dem Pausenpfiff verkürzen konnte.
Zu Beginn des zweiten Durchgangs hatten beide Torhüter nur wenig zu tun: Nach einer cleveren Freistossvariante von Bastida entschärfte Zibung eine Direktabnahme von Stojkov (49.). Auf der anderen Seite klärte Benito gegen Ianu (64.), der durch das Zuspiel des wirbligen Ferreira lanciert wurde. Aarau-Trainer Jeff Saibene versuchte neue Akzente zu setzen, indem er Lehtinen und Pejcic ins Spiel brachte. Die beiden Neuen besassen auch ihre Gelegenheiten: Nach einer Hereingabe von Pejcic liess Stojkov geschickt durch für Lehtinen, der aus kurzer Distanz freistehend an Zibung scheiterte (74.). Kurze Zeit später provozierte Schaub (ebenfalls in der zweiten Halbzeit eingewechselt) einen Ballverlust der Gäste, so dass Stojkov auf das Luzerner Gehäuse losziehen konnte - und von Diarra schliesslich gefoult wurde. Dabei unterliefen Schiedsrichter Studer gleich zwei Fehler: Erstens zeigte er dem Luzerner Innenverteidiger trotz Notbremse nur die gelbe Karte; zweitens verlegte er den Tatort in den Strafraum, wodurch die Aarauer zu einem glückhaften Elfmeter kamen, den Stojkov souverän zum Ausgleich verwandelte (77.).
Nun war das Derby endgültig lanciert: Die Zentralschweizer antworteten mit einem Weitschuss von Renggli (79.), den Benito mirakulös parierte. Noch in der gleichen Minute setzte sich Pejcic gegen zwei Verteidiger durch, doch sein Abschlussversuch alleine vor Zibung war nicht viel mehr als eine harmlose Rückgabe. Drei Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit folgte ein weiterer brandgefährlicher Luzerner Konter: Ein hohes Zuspiel lenkte Ianu direkt auf Ferreira weiter, der das Leder eiskalt zur erneuten Gästeführung an Benito vorbeischob. In der Nachspielzeit besassen Sorgic (Kopfball) und Burki (Direktabnahme) weitere Gelegenheiten, um den Spielstand zu ändern. Dies war am Ende allerdings Ianu vorbehalten, der das Spielgerät zum Endstand von 2:4 im verwaisten Aarauer Gehäuse unterbrachte, nachdem Keeper Benito zuvor bei einem Eckball seiner Equipe nach vorne geeilt war. (ph)
Bemerkungen:
Aarau ohne Bengondo, Kioyo, Müller (alle verletzt), Aquaro (gesperrt), Alexeev, Ludäscher, Mall (alle U-21).
Luzern ohne Frimpong, Chiumiento, Schwegler, Seoane, Tchouga (alle verletzt), Lustenberger (gesperrt), Etter, Kaufmann, Pacar (alle abwesend).
Verwarnungen: 39. I. Benito (Reklamieren), 73. Rapisarda, 77. Diarra (beide Foulspiel), 81. Wiss (Reklamieren), 82. Lehtinen (Foulspiel), 86. Luqmon, 93. Ianu (beide Unsportlichkeit)

FC Aarau
I. Benito; Rapisarda, Stoll, Baykal, Elmer; Marazzi (60. Pejcic), Polverino (73. Schaub), Bastida, Lang (60. Lehtinen); Burki; Stojkov.
FC Luzern
Zibung; Zverotic, Veskovac (46. Imholz), Diarra (83. Luqmon), Wiss; Ianu, Renggli, Kukeli, Ferreira; Yakin; Paiva (62. Sorgic).
