Axpo Super League
GC Zürich - FC Aarau 1:1 (1:0)
Letzigrund, Zürich. - 3'700 Zuschauer. - SR: Graf.
Tore: 27. Cabanas 1:0. 75. Bengondo 1:1.
Torschütze Bengondo als tragischer Held
Einige Minuten vor Spielbeginn entluden sich ergiebige Gewitterwolken
über dem Letzigrund, doch wenig später beruhigte sich die Wetterlage
wieder - und auch beide Mannschaften liessen es vorderhand eher
gemächlich angehen. Nach einer knappen Viertelstunde kam Aarau erstmals
in die Nähe des Zürcher Gehäuses, als Lang seinen Freistoss aus zwanzig
Metern ein wenig zu hoch ansetzte. Eine weitere Standardsituation (17.)
aus noch grösserer Distanz, von Bastida getreten, wurde zur sicheren
Beute für GC-Keeper Jakupovic. Kurze Zeit später wurde Bengondo von
Lang mit einem hohen Zuspiel lanciert, doch der Stürmer schlug beim
Versuch einer Direktabnahme über das Leder. Die Gastgeber waren in der
Mitte der ersten Halbzeit erstmals gefährlich, als Aarau nur ungenügend
zu klären vermochte, jedoch Colina direkt auf Keeper Benito schoss.
Beim Distanzschuss von Dos Santos (24.), den der Aarauer Schlussmann
via Querlatte über das Gehäuse lenken konnte, war die Gefahr schon
bedeutend grösser. In der 27. Minute ging GC schliesslich in Führung:
Nach einem schönen Sololauf traf Callà aus zwanzig Metern via
Innenpfosten zum 1:0 ins Netz. Die Aarauer kamen einem
Ausgleichstreffer fünf Minuten vor der Pause sehr nahe, als Burki (nach
einem Absatztrick von Nushi) haarscharf am linken Pfosten vorbeischoss.
Aus
dem mehrheitlichen Ballbesitz zu Beginn der zweiten Hälfte vermochte
sich Aarau kaum nennenswerte Chancen herauszuspielen. Zwar war der
Spielaufbau der Gäste ziemlich gefällig, doch am gegnerischen Strafraum
fehlten kreative Ideen und das nötige Durchsetzungsvermögen. Die
Grasshoppers waren nur selten in der Aarauer Platzhälfte anzutreffen,
verbuchten durch einen leicht abgelenkten Weitschuss von Callà (56.)
jedoch immerhin einen zweiten Aluminiumtreffer. Auch der Distanzschuss
von Lulic, der sich gegen drei Gegenspieler durchsetzen konnte, flog
nur knapp am Gehäuse der Aargauer vorbei. In der 67. Minute sorgte
Voser für ein wenig Gefahr, doch auch bei seinem Schussversuch brauchte
Keeper Benito nicht einzugreifen. Auf der Gegenseite war die
Direktabnahme von Bengondo schon als erstes Anzeichen der Verzweiflung
zu deuten. Der Kameruner sollte die Szenerie auch in der 75. Minute
bestimmen: Zuerst köpfte er herrlich zum 1:1 ein, danach wurde er im
Zuge seines überschwänglichen Jubels wegen Trikot-über-den-Kopf-Ziehens
mit der gelb-roten Karte frühzeitig unter die Dusche geschickt. Die
Grasshoppers besassen noch eine finale Gelegenheit: Nach einer
überraschenden Eckballvariante nagelte Dos Santos (84.) das Spielgerät
aus dreissig Metern aber erneut nur an die Querlatte, von wo der Ball
ins Spielfeld zurückpraltte, doch im Nachschuss vermochte Cabanas per
Kopf ebenfalls nicht zu reüssieren. Es blieb am Ende beim gerechten
Remis, was den Zürchern im Kampf um Rang 4 mehr nutzen dürfte. Immerhin
konnte der Vorsprung auf Bellinzona auf zwei Punkte verdoppelt werden -
und der Ligaerhalt ist nun auch mathematisch geschafft! (ph)
Bemerkungen:
Grasshoppers ohne Bobadilla, Smiljanic (beide verletzt), Daprelà (krank), Salatic, Schultz, Zarate (alle gesperrt).
Aarau ohne Rogerio, Schaub (beide verletzt), Ianu (gesperrt).
Verwarnungen: 55. Cabanas (Foulspiel), 66. Bengondo (Handspiel), 82. Pejcic (Foulspiel)
Platzverweis: 75. Bengondo (übertriebener Torjubel)
24. Distanzschuss von Dos Santos streift, von Benito noch entscheidend abgelenkt, die Querlatte.
56. Ein Weitschuss von Callà streift ebenfalls noch die obere Torumrandung.
84. Distanzschuss von Dos Santos an die Querlatte.

GC Zürich
Jakupovic; Sutter, Vallori, Feltscher, Voser; Cabanas, Colina; Callà, Dos Santos, Lulic (77. Zuber); Linz (46. Riedle).
FC Aarau
Benito; Menezes, Aquaro, Page, Elmer; Marazzi (46. Pejcic), Burki, Bastida, Nushi (64. Zeqiri); Lang (77. Mutsch); Bengondo (74).
