Axpo Super League
FC Luzern - FC Aarau 4:0
Allmend, Luzern. - 8'623 Zuschauer. - SR: Busacca.
Tore: 38. Frimpong 1:0. 83. Frimpong 2:0. 84. Paiva 3:0. 93. Frimpong 4:0.
Keine Tore, keine Punkte
Die entscheidende Szene im letzten Duell zwischen Luzern und Aarau im
alten Allmend-Stadion ereignete sich in der 83. Minute, als Frimpong
mit einem Flachschuss aus zwanzig Metern trocken zum 2:0 für die
Gastgeber in die rechte Ecke traf. Dieser Knackpunkt darf, abhängig von
der Sichtweise, als optimales Timing oder unglücklicher Rückschlag
umschrieben werden. Zuvor stand Aarau einem Ausgleich nämlich sehr
nahe, doch Ianu (79.) verzog nach einem Doppelpass mit Bengondo
freistehend kläglich. Die Doppelchance von Lang und Pejcic (81.) klärte
der aufmerksame Luzern-Keeper Zibung, indem er sich heldenhaft in deren
Schüsse warf.
Ansonsten lebte das Spiel - bis zur ominösen 83.
Minute - eher von der Spannung, als von spielerischen Höhepunkten. Die
Gastgeber kamen zwar, in der Hoffnung einen wichtigen Erfolg im
Abstiegskampf zu landen, zielstrebig aus der Kabine, doch die Ausbeute
war mit einem Volleyschuss von Renggli (9.) zu Beginn ziemlich mager.
Auch Aarau wusste den gegnerischen Keeper, abgesehen vom Freistoss
Bastidas (22.), nicht zu beschäftigen. Der Unterschied war einmal mehr
in der Chancenauswertung auszumachen: In der 38. Minute setzte sich
Paiva auf der linken Aussenbahn durch. Frimpong brauchte das Leder nur
noch über die Torlinie zu drücken - 1:0 für Luzern. Auf der Gegenseite
hatte Ianu (33.) eine scharfe Hereingabe von Page aus fünf Metern über
das Luzerner Gehäuse gesetzt; zuvor war schon Aquaro (32.) mit einem
Distanzschuss knapp gescheitert.
Die zweite Halbzeit förderte
weiterhin ausgeglichene Stärkenverhältnisse zu Tage. Dabei zeigte sich
Luzern als gastfreundliche Equipe, die das Spielgerät zum Unmut des
Publikums oftmals ohne Not in die Füsse der Aarauer spielte. Zwar
hatten sich die Gäste im Mittelfeld inzwischen ein Übergewicht
erspielt, doch den Ball gaben die Gäste in der Vorwärtsbewegung
ebenfalls zu schnell verloren. Einem Torerfolg am nächsten kamen
Renggli (60./71.) und Ferreira (75.) mit Schussversuchen aus grosser
Distanz, sowie Bengondo (64.), der nach einer Unsicherheit in der
heimischen Hintermannschaft im letzten Moment am Abschluss gehindert
werden konnte.
Eine Viertelstunde vor Spielschuss war im Spiel
der Gäste endlich ein Aufbäumen zu erkennen, dass durch den zweiten
Gegentreffer jäh unterbrochen wurde. Die Frage bleibt offen, ob der
entscheidenden Szene sieben Minuten vor dem Ende nich ein Foulspiel an
Pejcic vorausgegangen war. Tatsache ist, dass die Aarauer nicht mehr zu
reagieren vermochten. In der Folge sorgten Paiva (84.) und Frimpong
(92.), mit seinem dritten persönlichen Treffer des Abends, für eine
allzu deutliche Niederlage der Aargauer, die nun schon seit 303 Minuten
auf einem Torerfolg warten..
Die Aarauer Dernière auf der
altehrwürdigen Allmend - ab nächster Saison weicht Luzern während des
Stadionbaus nach Emmenbrücke aus - hatten sich die Gäste bestimmt
anders vorgestellt. Ein Blick ins Archiv zeigt allerdings, dass die
Auftritte des FC Aarau in der Zentralschweiz nur selten von Erfolg
gekrönt waren: In den letzten zwölf Jahren konnte Aarau nur einmal auf
der Allmend gewinnen (1:0, 08. März 2003). In den fünf jüngsten Duellen
blieb Aarau sogar ohne Torerfolg. An erfolgreiche Zeiten erinnerte das
Duell der Meisterteams von Luzern (1989) und Aarau (1993), das im
Vorfeld der ASL-Begegnung ausgetragen wurde. Es war ein schwacher
Trost, dass die Aarauer (angetreten mit Bader, Bärtschi, Heldmann,
Herbert, Kilian, Müller, Richner, Romano, Rossi, Schär, Siegrist,
Stauch, Sutter, Tschuppert, Wassmer und Daniel Wyss) im Spiel über 2x25
Minuten mit 3:1 siegreich blieben. Dabei zeigte Uwe Wassmer mit zwei
Toren (auch Salvatore Romano traf für Aarau) und einem Lattentreffer,
dass er noch immer über einen guten Torinstinkt verfügt. Im Fanionteam
der heutigen Zeit wird selbiger momentan schmerzlich vermisst... (ph)
Bemerkungen:
Luzern ohne Kukeli, Lambert, Scarione, Tchouga, Wiss (alle verletzt).
Aarau ohne Marazzi, Rogerio, Schaub, Tarone (alle verletzt).
Verwarnung: 66. Page (Foulspiel)

FC Luzern
Zibung; Luqmon, Veskovac, Diarra (46. Chiumiento, 82. Zverotic), Lustenberger; Gajic, Seoane, Renggli; Frimpong, Paiva (88. Siegrist), Ferreira.
FC Aarau
Benito; Menezes, Rapisarda (56. Bengondo), Page, Elmer; Aquaro; Mutsch (74. Lang), Burki, Bastida, Nushi (64. Pejcic); Ianu.
