Axpo Super League
FC Zürich - FC Aarau 2:1 (0:1)
Letzigrund, Zürich. - 8'400 Zuschauer. - SR: Grossen.
Tore: 44. Mutsch 0:1. 73. Abdi 1:1. 92. Mehmedi 2:1.
Entscheidung in letzter Minute
Eine solide Abwehrleistung genügte Aarau nicht, um die drei Punkte über
die Zeit zu retten. Nach einem Gegentreffer in der 92. Minute stand die
Equipe von Cheftrainer Ryszard Komornicki schliesslich komplett mit
leeren Händen da.
Im bewährten Spielsystem - mit Bastida als
Abräumer vor der Viererabwehr und Bengondo als einzige Sturmspitze -
bestach der FC Aarau auch beim Gastspiel im Letzigrund mit grosser
Stabilität in der Defensive. In der Startphase waren hochkarätige
Torchancen somit an einer Hand abzuzählen: Der erste Warnschuss von
Okonkwo (7.) flog ebenso knapp über das gegnerische Gehäuse wie der
Versuch von Mutsch (18.), ebenfalls aus grosser Distanz. Gegen Ende der
ersten Halbzeit kam Zürich immer besser ins Spiel, doch Aarau-Keeper
Benito liess sich durch die Versuche von Abdi (28., Kopfball), Aegeter
(33., Schuss) und Alphonse (38., Flachschuss) nicht überraschen. Und
als Benito einmal geschlagen war, rettete Bastida auf der Torlinie
stehend. Aus dem Nichts fiel das überraschende Führungstor der Aarauer:
Unweit der Eckfahne stehend versuchte Mutsch nach innen zu flanken. Die
verunglückte Hereingabe senkte sich zum allgemeinen Erstaunen jedoch
hinter Zürich-Schlussmann Leoni ins Netz (44.).
Die Gastgeber
besassen auch nach dem Seitenwechsel mehr Spielanteile, fanden
allerdings kein probates Mittel, um den souveränen Aarauer Abwehrriegel
zu knacken. Die Abschlussversuche von Alphonse (53.) und Maigairaz
(67.) aus der Ferne waren schon als erste Anzeichen der Zürcher
Verzweiflung zu deuten. In der 73. Spielminute war der Ausgleich aber
doch Tatsache: Einen optimistischen Ausflug von Torhüter Benito nutzte
Abdi mit einem Heber zum 1:1. Es war der erste Aarauer Gegentreffer
nach 348 Minuten, in denen das eigene Gehäuse rein gehalten werden
konnte. Die Egalisierung des Spielstandes drängte auch die Gäste aus
dem Aargau wieder in die Offensive, doch beste Gelegenheiten wurden
fahrlässig ausgelassen: Ianu schoss Leoni unbedrängt aus fünf Metern
an, und auch der Flachschuss von Bastida landete direkt in den Armen
des heimischen Torhüters. Es folgte die verhängnisvolle 92. Minute:
Nach einem Eckball wurde Benito im Fünfmeterraum sehr hart angegangen,
doch das Spiel lief weiter bis schliesslich der eingewechselte Mehmedi
aus dem Gewühl zum 2:1-Siegtreffer für Zürich traf. Die Gastgeber
übernahmen somit wieder die Tabellenführung in der Axpo Super League,
während Aarau nach zuletzt sieben Punkten aus drei Begegnungen wieder
einmal als unglücklicher Verlierer vom Feld musste. (ph)
Stimmen zum Spiel:
Ryszard
Komornicki (Aarau-Trainer): "Wir haben defensiv eine gute Leistung
gezeigt. Nach vorne ging allerdings zu wenig, um heute zu gewinnen. Wir
sind zwar glücklich in Führung gegangen, hätten aber auch genügend
Chancen zum 2:1 durch Ianu und Bastida gehabt. Natürlich machte Zürich
viel Druck, doch wir hatten das Spiel dank einer guten Abwehrleistung
im Griff. Aus unseren Konterchancen machten wir allerdings viel zu
wenig. Ausserdem frage ich mich, ob nicht ein Foulspiel vorliegt, wenn
der Torhüter im Fünfmeterraum von zwei Gegenspielern behindert wird..."
Bernard
Challandes (Zürich-Trainer): "Es war ein sehr schwieriges Spiel. Wir
haben nicht gut begonnen, uns fehlte das Vertrauen und die letzte
Entschlossenheit am gegnerischen Strafraum. Auch der Gegentreffer war
nicht einfach zu verarbeiten, doch das 1:1 war verdient. Danach haben
wir viel Risiko genommen, um das Spiel zu gewinnen und dadurch ein
wenig die Ordnung verloren. Wir haben den Aarauern zu viel Raum zum
Kontern gelassen und mussten auch Glück in Anspruch nehmen. Für uns war
es ein Sieg für die Moral, nachdem zuletzt nicht alles nach Wunsch
lief. Die Mannschaft hat Charakter gezeigt."
Bemerkungen:
Zürich ohne Barmettler, , , ,, Chikhaoui, Hassli, Stucki, Tarchini (alle verletzt), Lattmann, Staubli (beide nicht im Aufgebot).
Aarau ohne Lang, Rogerio, Schaub (alle verletzt), Nushi (gesperrt).
Verwarnungen: 59. Marazzi, 72. Stahel, 81. Mutsch (alle Foulspiel), 92. Mehmedi (übertriebener Torjubel)
Nach der vierten Verwarnung ist David Marazzi im nächsten Meisterschaftsspiel (Bellinzona, am 11. April) gesperrt.

FC Zürich
Leoni; Koch, Stahel, Tihinen, Rochat; Aegeter; Nikci (46. Schönbächler), Abdi, Okonkwo (64. Margairaz), Djuric (81. Mehmedi); Alphonse.
FC Aarau
Benito; Menezes, Aquaro, Page, Elmer; Bastida; Marazzi (83. Pejcic), Oprita (64. Tarone), Burki, Mutsch; Bengondo (68. Ianu).
