Spielbericht
FC Aarau - AC Bellinzona 6:3 (4:2)
Brügglifeld. - 3'900 Zuschauer. - SR: Circhetta.
Tore: 3. Aquaro 1:0. 13. Edusei 1:1. 24. Stoll 2:1. 34. Lima 2:2. 36. Bengondo 3:2. 43. Lang 4:2. 46. Bastida 5:2. 52. Ciarrocchi 5:3. 86. Mustafi 6:3.
Die Aufholjagd hat begonnen!
In einem verrückten Spiel setzte sich der FC Aarau gegen die AC Bellinzona hochverdient mit 6:3 (4:2) durch, um den Rückstand auf den direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt auf fünf Punkte zu verkürzen. Die Aarauer Treffer wurden dabei von sechs verschiedenen Spielern erzielt - mit Lang und Mustafi kamen sogar zwei Akteure zu ihrer persönlichen ASL-Torpremiere im Aarauer Dress.
Es war ein Start nach Mass für die Schützlinge von Martin Andermatt: In der dritten Spielminute schob Aquaro eine Hereingabe von Burki, der zuvor von der abgefälschten Direktabnahme Bastidas freigespielt wurde, mühelos ins gegnerische Gehäuse. Die Reaktion der Granata folgte postwendend: Der wuchtige Schuss Limas (7.) wurde von Keeper Ivan Benito zwar noch mirakulös abgewehrt, doch der Abschluss von Edusei (14.) via linken Innenpfosten zum 1:1 war unhaltbar. Auf der Gegenseite war Torhüter Zotti bei den Schüssen von Lang (11.) und Stojkov (15.) gefordert. In der 24. Minute ging der FC Aarau schliesslich erneut in Führung: Am entfernten Torpfosten stehend, lenkte Stoll eine Hereingabe von Pejcic mit dem Kopf ins Netz. Die Gastgeber beeindruckten mit einem leidenschaftlichen und zielstrebigen Auftritt, doch die beiden Versuche von Stojkov (30./32.) aus der Distanz verpassten ihr Ziel jeweils knapp, sodass es vorerst beim knappen Vorsprung blieb.
Im direkten Gegenzug kam Hima nach einer unfreiwilligen Aarauer Kopfballvorlage zum Abschluss, doch dessen Volleyabnahme wurde von Benito mit einem brillanten Reflex pariert. Im Anschluss an den nachfolgenden Eckball durften die Tessiner schliesslich doch noch jubeln, als Lima (34.) eine Flanke von Conti freistehend zum 2:2 unter die Querlatte setzte. Die Aarauer zeigten sich davon aber unbeeindruckt: Nur zwei Zeigerumdrehungen später war es Stojkov, der das Leder mit dem Kopf perfekt in die Lauf von Bengondo legte. Der Kameruner traf abgeklärt an Zotti vorbei zum 3:2. Der Schlusspunkt in einer spektakulären Halbzeit setzte Lang, dessen (leicht abgelenkter) Freistoss aus 20 Metern zum 4:2-Pausenstand im Tor einschlug. Es war sein erster Meisterschaftstreffer im Aarauer Dress.
Nach der Pause ging es im selben Stil weiter: Nach einem ungenügenden Befreiungsversuch der Gästeabwehr hielt Bastida aus achtzehn Metern einfach mal drauf, um nur 25 Sekunden nach Wiederanpfiff auf 5:2 zu erhöhen. Die Gäste blieben allerdings dran, so dass Ciarrocchi - ebenso wie Vorbereiter Lima von der Aarauer Defensive sträflich alleine gelassen - sechs Minuten später nochmals verkürzen konnte. Acht Tore innert 52 Minuten - in der Folge nahm die Intensität der Begegnung verständlicherweise ab. Nun stand die heimische Verteidigung grösstenteils sicher, liess kaum mehr gefährliche Aktionen der Gäste zu. Und auch der letzte Treffer einer unterhaltsamen Partie war den Gastgebern vorbehalten: In der 86. Spielminute nagelte der eingewechselte Mustafi das Spielgerät, auf Zuspiel von Stojkov, von der Strafraumgrenze zum 6:3-Endstand in den rechten Winkel; auch für die Basler Leihgabe war es der Premieren-Treffer für den FC Aarau in der Super League.
Die Aarauer Aufholjagd begann somit mit einem starken Zeichen an den direkten Kontrahenten, dessen Vorsprung nach dem 19. Spieltag auf fünf Zähler geschmolzen ist. Notiz am Rande: Zum letzten Mal sechs Aarauer Tore im Brügglifeld zu bejubeln, gab es am 16. Juli 1995. Damals gewann der FC Aarau im Rahmen des UI-Cups gegen HB Torshavn (von den Färöer-Inseln) mit 6:1. (ph)
Bemerkungen:
Aarau ohne Baykal (gesperrt), Ionita, Marazzi (beide verletzt), Müller, Sinanovic und Studer (alle nicht im Aufgebot). Bellinzona ohne Diarra, Kasami, Rossini (alle noch nicht qualifiziert), Mijatovic, Rivera und Sugar (alle nicht im Aufgebot).
Verwarnungen:
5. Burki, 28. Hima (beide Foulspiel), 44. La Rocca, 67. Stojkov (beide
Reklamieren), 76. Polverino (Foulspiel), 77. Lima (Reklamieren), 86.
Feltscher (Foulspiel).
FC Aarau:
I. Benito; Lampi, Aquaro, Stoll, Elmer; Lang, Burki (55. Polverino), Bastida, Pejcic; Bengondo (75. Mustafi), Stojkov (90. Lehtinen).
AC Bellinzona:
Zotti; Siqueira Barras, Lima, Mangiarratti, Thiesson (43. Raso); Edusei; Feltscher, Mehmeti (33. La Rocca), Hima, Conti (71. Sermeter); Ciarrocchi.
